Allgemein, Motivation

Lauf um Oldenburg

Einmal die Heimatstadt umrunden. Wie ich auf diese Idee gekommen bin, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Bestimmt habe ich es bei irgendwem anders auf Instagram gesehen und fand die Idee klasse. Am 21. Juli 2019 habe ich es dann gewagt. Fast 60 Kilometer misst die Strecke um Oldenburg welche ich gelaufen bin.

Im Februar 2018 habe ich die Strecke um Oldenburg bereits geplant. Da hatte ich noch nicht mal einen Marathon, geschweige denn mehr als 35 Kilometer, hinter mir. Die Idee ist seitdem trotzdem gereift. Ich bin Teilstrecken gelaufen, um zu schauen, ob man dort überhaupt laufen kann. Ich habe die Strecke geändert und sie, so gut es ging, an der Stadtgrenze Oldenburgs entlang angelegt.

Mehr als ein Jahr und viele Kilometer später war der richtige Zeitpunkt. Zwei Wochen vor dem eigentlichen Lauf habe ich mich dafür entschieden es durchzuziehen. So blieb noch Zeit sich darauf vorzubereiten und die regulären Wochenkilometer vorher zu reduzieren. Dennoch verging auch nicht zu viel Zeit, um es sich anders zu überlegen. Dann habe ich es auch Freunden und meiner Instagram Community erzählt. Es gab kein Zurück mehr.

Nach einem sehr erholten Schlaf und einem kleinen Frühstück habe ich meine Sachen in den Laufrucksack gepackt und meine Frau hat mich zum Start gebracht. Die Aufregung stieg. Schnell noch Strava Beacon einschalten und teilen, damit meine Freunde meinen Lauf sehen können. Warum das super ist und ein großes Dankeschön rausgeht könnt ihr später lesen.

Die ersten 20 Kilometer ging es allein auf die Strecke, die zu Beginn an der Hunte entlang führt. Hier hatte ich Zeit für mich und die Strecke. Es lief super. Ich musste mich einige Male bremsen um nicht zu schnell zu laufen. Es warteten ja noch viele Kilometer auf mich. Ein Highlight, dass ich schon auf meiner Hude-Oldenburg Route hatte ist der Tweelbäker See. Sehr gute Wege führen hier am Wasser entlang. Kurz vor der Huntebrücke ist meine Frau vorbeigekommen um mein Wasser aufzufüllen und mir ein Croissant zu bringen. Außerdem habe ich T-Shirt und Socken gewechselt. Nach einigen Motivationsküssen ging es weiter. Ich bin dir sehr dankbar, dass du mich bei meinem verrückten Hobby so unterstützt. ❤

Auf der Huntebrücke habe ich Susanne, Nadine und Michael vom Laufverein LSF Oldenburg getroffen, die mich für die nächsten Kilometer begleitet haben. Nachdem wir die Treppenstufen der Huntebrücke gemeistert hatten , ging es an der Hunte entlang in Richtung Bornhorster Seen. Hier sind wir eine Strecke gelaufen auf der von uns vieren noch niemand gewesen ist. Schön war sie trotz sandiger Wege aber allemal. Es war sehr ruhig und wunderbar Grün, egal wohin wir blickten. Vielen Dank, dass ihr mich begleitet habt. Es hat mich sehr motiviert.

Noch mehr Motivation gab es von Dennis per Whatsapp. Mit ihm warich schon beim Hermannslauf dabei. Er hat sich über Strava angesehen wo ich langgelaufen bin und mich bei Kilometer 30 und 40 per Screenshot und Text angefeuert. Ein großes Danke dafür und auch an all die anderen die mir viel Erfolg wünschten.

Kurz vor der Marathondistanz ist meine Mutter als Radbegleitung zu meiner Strecke gekommen. Die Beine waren schon ziemlich schwer und der Hunger wieder da, einen weiteren Riegel bekam ich aber nicht runter. Zum Glück hatte sie meine bestellte Banane dabei, obwohl sie die selber überhaupt nicht mag. Sehr tapfer, lieben Dank, Mama. Jetzt wurde es auch richtig hart.

Leider habe ich mich mit der Wassermenge verschätzt und hatte bei Kilometer 47 nichts mehr. Zum Glück war in der Nähe die Sportanlage der Uni Oldenburg und so wurde die Strecke ein wenig verlegt. Nachdem ich wieder Wasser hatte war ich wieder frohen Mutes und wir sind wieder zurück auf meine geplante Strecke. Kilometer 50 war geschafft und mich erreichte die Nachricht meiner Frau: „Offiziell Ultraläufer“ * Was für ein geiles Gefühl.

*Laut Runner’s World ist sogar schon alles über 42,195 schon Ultralauf – wusste ich bis jetzt auch nicht.

Bei Kilometer 55 war das Hochgefühl gewichen und die Schmerzen in den Beinen und Rücken waren so stark, dass ich viel Gehen musste, die letzten 3 Kilometer sogar nur noch gehen konnte. Vorher sind wir über eine sehr schiefe Straße mit viel Ausbesserungen und meine Hüfte ist ständig weg geknickt. Das war echt unangenehm.

Ein Lichtblick war das Gesicht meiner Frau die ich eigentlich erst beim Zielpunkt erwartet hatte. Sie lief mir entgegen um mich für die letzten Kilometer anzufeuern. Wir verabschiedeten meine Mutter nach Hause und ich machte mich gehend auf die letzten Kilometer. Das Gefühl, als ich das letzte eingeplante Ortsschild gesehen habe war klasse. Ich hatte es wirklich geschafft. Ich bin einmal um meine Heimatstadt Oldenburg gelaufen. Fast 60 Kilometer. Wahnsinn. Hätte mir das jemand vor drei Jahren – zu Beginn meiner Laufkarriere – erzählt, ich hätte es nicht für möglich gehalten.

Ich habe während meines Laufes Ortsschilder von Oldenburg fotografiert an denen ich vorbei gekommen bin:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s