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Vegan in Kopenhagen

Vegan im Urlaub. Immer wieder ein Erlebnis. Unser 4 Tage Honeymoon in Kopenhagen wurde im Vorfeld schonmal kulinarisch abgecheckt. 😉 Wir wurden nicht enttäuscht und haben sogar noch in Kopenhagen selbst Tipps für vegane Restaurants bekommen, die wir vorher gar nicht auf dem Zettel hatten, aber fangen wir mal ganz vorne an.

Unsere Anreise:

Wir haben uns entschieden entspannt mit der Bahn anzureisen. Außer der Entscheidung dafür ist von Entspannung nichts geblieben. Satte 11 Stunden haben wir für eine fünf Stunden Fahrt gebraucht. Zugausfälle, technische Störungen und Schienenersatzverkehr haben uns also gut einen Tag gekostet. Nach dem ersten Schock im nahegelegenen Netto (der gelbe mit dem Hund) weil hier nicht mal Sojadrink oder Aufstriche (dazu kommen wir später nochmal) zu finden waren fiel das erste Abendessen in Kopenhagen – ganz vegan typisch aus. Nudeln mit Tomatensauce. Hurra. Immerhin hatten wir von zu Hause selbstgemachte Himbeerenkonfitüre mitgebracht und haben uns dazu Toast für’s Frühstück geholt.

Die nachfolgenden Tage waren dafür aber kulinarisch umso interessanter.

Am ersten Tag in Kopenhagen war der Stress der Hinfahrt schon vergessen, die Sonne ging über dem Hausboot auf und wir waren superglücklich endlich Kopenhagen zu erkunden.Nach zwei Toast mit Konfitüre haben wir uns auf’s Fahrrad geschwungen und sind in Richtung Nyhavn gefahren. Ich hatte zu Hause ein roh-veganes Restaurant da rausgesucht um dies zu besuchen, die Adresse habe ich natürlich auf dem Hausboot liegen lassen. Aber wer ein Veganer ist, der muss immer nur der Nase nach und so hab ich das Restaurant nach wenigen Minuten ohne Karte gefunden.

Im 42° Raw haben wir uns dann Smoothies bestellt. Ich habe Blaubeer-Basilikum, meine bessere Hälfte Spinat-Minze genommen. Obst und Kräuter? Ich war erst skeptisch, aber schon nach dem ersten Schluck total geflasht. Erst kam das Basilikum raus, dann die angenehme Süße der Blaubeeren. Ein Traum. Dazu gab es einen veganen Bagel bei Bagel Company mit Humus, Salat, Tomate, Gurke und für mich natürlich die obligatorische Avocado. Yammi.

 

 

Abends haben wir uns beim Street Food Market am Wasser von The Protein Kitchen ein super Abendessen gegönnt. Das Essen bestand aus zwei Salaten – Quinoa mit Edamame, Rotkraut, Karotte und Cranberries und Süßkartoffel mit Black Beans und Mais – einer Art Curry-Kichererbsen Patty und einem Vollkornbrot. Danach waren wir pappsatt. Ein super Essen für mich als Läufer. Die Salate und das Brot werde ich versuchen mal selbst zu machen.

Protein Kitchen.JPG

 

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Am zweiten Tag in Kopenhagen habe ich mich aufgemacht und eine Runde am Wasser durch Christiania gedreht. Meine ersten 7 Kilometer laufen in Dänemark. Länderpunkt DK: Check!

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Wieder auf dem Hausboot empfing mich schon ein ausgiebiges Sandwich-Frühstück, wir hatten am Vortag Orangensaft, Violife-Käse, Humus, Avocado und Gemüse im gut sortierten Supermarkt føtex gekauft. Nach dem Frühstück Fahrrad sind wir zum Frederiks Park in dem wir den vormittag verbracht haben, auch ein sehr beliebter Spot für Läufer, vor allem der Aufstieg zum Schloss bietet eine ordentliche Steigung zum üben für hügelige Läufe.

 

 

In Nørrebro haben wir uns ein veganes Fast-Food Restaurant ausgesucht – das Astrid och Aporna – leider waren wir zwei Stunden zu früh da. 😀 Also sind wir zum nicht weit gelegenen Cafe N gefahren und haben uns dort ein Brunch geteilt. Es war recht lecker, hat uns aber nicht im vollen Umfang vom Hocker gerissen.

Auf den Nachtisch haben wir uns dann besonders gefreut. Auf nicecreamcopenhagen bin ich über Instagram gestoßen, als Empfehlung nachdem ich 42° Raw gefolgt habe. Die Auswahl war schon überwältigend. Stieleis, Sandwicheis oder Eisbecher gibt es dort – alles vegan – alles bio. Wir haben uns für Sandwich-Eis in den Geschmacksrichtungen chocolate und mint entschieden. Ultralecker und eine absolutes Must-Have in Kopenhagen. Das Sandwich-Eis hat einen ‚Milcheis‘ Charakter, das Stieleis kommen in fruchtigen Noten daher. Im Eiscafe wurde uns das Souls empfohlen, welches wir für unser letztes Dinner aufgehoben haben.

Weil das Wetter zunehmend schlechter wurde haben wir uns auf den Heimweg zum Hausboot gemacht und sind eher zufällig noch am Wochenmarkt Torvehallerne vorbeigekommen. Ein kleiner Freiluftmarkt der von zwei Markthallen umschlossen wird in dem man zum einen Fisch und Fleisch und zum anderen Obst, Gemüse und Gebäck kaufen kann. Wir haben uns für letzteres entschieden. 😉

Fresh Market.JPG

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Den dritten Tag haben wir mit einem Müsli – Frühstück im 42° Raw begonnen. Ich habe eine Acai-Bowl genommen, meine Frau hat sich für die Granola-Bowl und einen Matcha Latte entschieden. Da es in dem Laden immer – wirklich immer – voll ist wurde uns netterweise schon von vornherein gesagt, dass es gut 20 Minuten dauern kann bis unser Frühstück fertig ist. Wir haben während der Wartezeit im Kochbuch von 42° Raw geblättert. Leider gibt es das nur auf dänisch. Das Warten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, zumindest für das Müsli. Der Matcha Latte mit Mandeldrink war eher unterdurchschnittlich. In der Granola-Bowl war eine Cashewcreme als Quarkalternative, was superlecker war.

 

Gut gestärkt durch das Frühstück haben wir den Tag in den grünen Oasen Kopenhagens verbracht. Erst waren wir im Königsgarten am Schloss Rosenborg und sind von da aus weitergegangen zum botanischen Garten, der direkt daneben liegt.

Ganz in der Nähe fanden wir einen Laden der EcoEgo heißt. Voll mit fairen, nachhaltigen biologischen, vegetarischen (die meisten sogar vegan) Artikeln für den Haushalt, Campingurlaub, Büro und und und. Von Zahnbürsten aus Joghurtbechern über Besteck aus Holz und Strohhalmen aus Glas bis hin zu Handtüchern aus Reisgewebe findet man hier allerlei Nützliches. Der Besitzer des Ladens ist sehr freundlich und gibt einem auch hilfreiche Tips gratis mit auf den Weg.

 

 

Richtig dänisch haben wir beim Rundetårn gespeist. Der typische dänische Hotdog musste es sein. Natürlich vegan – den gibt es beim Foodtruck døp- den økologiske pølsemand.

 

 

Um unseren veganen Honeymoon gebühren zu feiern sind wir am letzten Abend – auf Empfehlung – in’s Souls. Eins vorneweg: So satt sind wir selten aus einem Restaurant gegangen. Kein Wunder bei zwei Desserts. Zu leckerer selbstgemachter Mango- und Himbeerlimonade gab es Burger mit Süßkartoffelpommes und Sandwich. Vor allem die Trüffelcreme für die Pommes war der absolute Wahnsinn. Einer der Besitzer – ein Australier der nach viel Reisen irgendwie in Kopenhagen hängen geblieben ist – hat uns dann noch den Yuzu-Cake an’s Herz gelegt. Yuzu, das ist eine Frucht aus China, die ein bisschen was von der Zitrone hat, aber noch um einiges aromatischer ist. Der Kuchen hat uns total umgehauen. Zum Abschied haben wir uns dann noch ein Eis von Nicecream im Souls geholt.

 

Bevor wir zurück zum Hausboot gegangen sind haben wir noch einen Spaziergang auf dem Erdwall der Festung Kastellet gemacht. Der gut 2 Kilometer lange Rundkurs ist bei Läufern auch sehr beliebt.

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Adressen:

42° Raw: Pilestræde 32

Astrid och Aporna: Jægersborggade 39

Cafe N: Blågårdsgade 17

Souls: Melchiors Plads 3

 

10 Gedanken zu „Vegan in Kopenhagen“

  1. Wow das sieht aber nach einer abwechslungsreichen Auswahl aus! Ich habe 2 Jahre vegan gelebt und es war für mich immer sehr schwer auswärts etwas zu essen zu finden. 😦
    Heute bin ich sehr offen für alle Lebensmittel, bevorzuge jedoch öfter die vegetarische oder vegane Variante. Danke für die Tipps. 🙂

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    1. Sehr gerne. Kopenhagen hat schon richtig gut was zu bieten. Aber auch in Berlin in der Chaostheorie ist es richtig lecker. Und sollte es dich mal warum auch immer nach Oldenburg(Oldb) verschlagen musst du unbedingt zu veggiemaid. Zum Glück werden es immer mehr Restaurants die neben dem konventionellen Essen ordentliches veganes Essen anbieten, aber auch rein vegane Restaurants.

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  2. Oh ich war vor vier Jahren das letzte Mal in Kopenhagen und hätte eigentlich vor einer Woche wieder hingewollt… Schon ‚damals‘ war ich von den ganzen rohen und veganen Tempeln mehr als begeistert, da wurd man hier in DE ja noch schief angeguckt, wenn man im Café nach Sojamilch fragte 😀

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  3. Oh nein hätte ich diesen Post doch vor meine Trip gelesen ! In den Torvehallerne war ich auch, die andere Restaurants sagen mir leider nichts… Was ich noch absolut empfehlen kann ist das RizRaz. Dort kann man auch gut vegetarisch / vegan essen. 🙂

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